Viele Leser fragen sich oft, wie mein lockeres Gemüt zu den düsteren Taten in meinen Büchern passt. Woher kommen die finsteren und brutalen Ideen? Als mögliche Art, derart abscheuliche Inspiration zu finden, scheint mir eine Fastenkur ideal. Denn was gibt es für einen Genießer wie mich Grausameres als drei Wochen so gut wie nichts essen? Kommen Sie mit auf die Entstehungsreise meiner nächsten Krimis!

Wie es kam, dass ich drei Wochen so gut wie nichts aß

Irgendwann im Jahr 2019 fragte mich meine Frau, ob ich bereit sei, mit ihr drei Wochen zu fasten. Zunächst verfiel ich in eine Schockstarre. Drei Wochen so gut wie nichts essen. Wirklich? Doch langsam gewöhnte ich mich an den Gedanken und gab mein Einverständnis, allerdings bloß unter der Voraussetzung, dass wir die Fastenkur in Spanien machen würden. Sonne und Pool und Margarita klangen von der fehlenden Margarita abgesehen verlockend genug.

Sonne Spaniens vs. Voldemort Virus

Also buchten wir drei Wochen Heilfasten nach der Buchinger-Methode in Marbella für den Monat April. Nach dem langen Winter motivierte mich der Gedanke an Urlaubstemperaturen – wenn auch sonnig ohne Aussicht auf Fleischbällchen. Leider machte uns ein blöder Virus, dessen Namen ich hier nicht niederschreiben will, einen Strich durch die Rechnung. Dann eben doch nicht fasten?

Fastenkur Bodensee-Edition

Statt nach Marbella im April fuhren wir dann an den Bodensee im Juni und fasteten dort. Und was soll ich sagen? Zwar hatte ich während des Aufenthalts fast immer Hunger, aber das Fasten tat mir in vielerlei Hinsicht gut. Nicht nur dem Mann Marcus Hünnebeck wegen dem schmelzenden Körpergewicht oder dem Verschwinden kleinerer körperlicher Beschwerden, sondern auch dem Autor Marcus Hünnebeck wegen der Kreativität und der vielen Inspiration für neue Krimis und Thriller.

Meine Reisebegleiter Sommer, Drosten und Buchinger

In den drei Wochen schrieb ich die Ideen für zwei Krimi Romane auf (einer davon war „Wundenherz“, der andere der nächste Sommer-und-Drosten-Roman, der am 7. Dezember erscheint und den Titel „Der Schattenbringer“ trägt.) Mir gefiel das Ganze so gut, dass ich die treibende Kraft hinter einem erneuten, diesmal zweiwöchigen Aufenthalt im Oktober war.

Fastenkur Marbella-Edition

Und zwar wie ursprünglich einmal geplant im südspanischen Marbella. Während dieser vierzehn Tage habe ich nicht nur die lange Skizze zu einem neuen Krimi Roman niedergeschrieben (erscheint dann im März 2021), sondern noch zusätzlich drei weitere Ideen für Bücher gehabt. Seien Sie gespannt, ob eines der Opfer im nächsten Thriller verhungern wird.

Fastenkur: Fazit eines Autors

Im Großen und Ganzen kann ich so eine Fastenkur unter der Sonne Spaniens als Autor nur empfehlen. Es hat schließlich nicht nur mir gutgetan. Auch die Figuren aus meinen Krimis und Thrillern haben von meiner Abstinenz profitiert. Letztlich auch Sie als Leser, denn der Stoff für meine nächsten Bücher ist gesichert. Und wer weiß, vielleicht ist mein Magenknurren irgendwann mal auf einem Hörbuch zu hören.

Falls Sie sich übrigens fragen, ob es Zufall ist, dass der Personenfahnder Till Buchinger ausgerechnet diesen Nachnamen trägt, kann ich das weder verneinen noch bejahen. Als ich letztes Jahr nach einem guten Namen suchte, hatte ich plötzlich Buchinger im Kopf und fand den Namen sehr klangvoll und passend. Jeder, der eine solche Fastenkur durchhält, ohne zu sündigen, ist in meinen Augen ein Held und Till ja ebenfalls – insofern passt es doch ganz gut.